Kinder – Unfallstatistik

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen

Kinder gehören zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern und haben einen hohen Grad an Schutzbedürftigkeit. Aufgrund ihrer entwicklungsbedingten Besonderheiten sehen, hören und erleben sie den Straßenverkehr anders als Erwachsene. Was für Erwachsene selbstverständlich erscheint, müssen Kinder noch lernen. Ihre Wahrnehmungssinne und die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, sind noch nicht voll ausgebildet. Vor allem jüngere Kinder lassen sich leicht ablenken und reagieren spontan. Erst zum Ende der Kindergartenzeit mit ungefähr 6 Jahren stellt sich ein Gefahrenbewusstsein ein.

Kindliche Mobilität

In keiner Lebensphase verändert sich das Mobilitätsverhalten so rapide wie in der Kindheit. Die Unfallzahlen zeigen deutlich, dass Kinder zu Beginn ihrer Teilnahme am Straßenverkehr, ob zu Fuß oder auf dem Fahrrad, extrem gefährdet sind. Während Kinder im Auto durch Kinderrückhaltesysteme und moderne Technik recht gut geschützt werden können, gibt es beim Gehen oder Radfahren keine passive Schutzmöglichkeit – hier zählen neben der Aufsichtsperson ausschließlich die kognitiven Fähigkeiten des Kindes.

Unfallzahlen 2024

Alle 19 Minuten ist im Jahr 2024 ein Kind im Straßenverkehr verletzt oder getötet worden. Rund 27 260 Kinder unter 15 Jahren verunglückten im Jahr 2024 bei Verkehrsunfällen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Damit kamen in etwa so viele Kinder zu Schaden wie im Jahr 2023 (27 240). Die Zahl der getöteten Kinder stieg 2024 gegenüber 2023 von 44 auf 53. Nach einem deutlichen Rückgang während der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 war die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten und getöteten Kinder 2022 und 2023 wieder gestiegen.